Unterwegs auf Mauritius

Selbst fahren auf Mauritius

Selbst fahren - Mietwagen

Grundsätzlich ist das Fahren auf der falschen Seite, was wir der zuletzt englischen Herrschaft zu verdanken haben, kein so großes Problem. An meinem ersten Tag auf der Insel bin ich direkt mit manueller Schaltung gefahren, es war nur ein etwas ungewöhnliches Gefühl in der linken Hand und bei schönstem Wetter lief der Scheibenwischer ein wenig öfter als normal. Ansonsten habe ich mich schnell daran gewöhnt. Man hat ab und zu mal das Problem, auf der richtigen Seite einsteigen zu wollen und vermisst das Lenkrad, und beim Rechtsabbiegen wundert man sich warum ein entgegenkommender Bus auf einmal auf der "eigenen" Straßenseite ist.
Mit der Roller oder Fahrrad ist es wahrscheinlich weniger ein Problem, man hat nur auf die Seitenänderung zu achten, nur teile ich als Zweiradfahrer ungern das Terrain mit den hiesigen Auto-, Taxi-, Van-, Bus- und LKW-Fahrern.
Aber zurück zum Auto. Man hat natürlich den Vorteil, dass man komplett unabhängig ist. Kann fahren wann man will und wo man will.
Aber auch hier muss man darauf achten, dass man das Terrain Asphalt mit einigen unausgebildeten oder ungesitteten Fahrern, oder auch denen, die denken ein "L" auf dem Auto ist ein legitimer Führerschein, besonders wenn man diesen gerade erst verloren hat.
Leider ist es oft recht schwer einen gescheiten Parkplatz in Ortschaften zu finden. Daher sieht man auch viele das Auto einfach dort zu parken, wo sie gerade sind. Es ist so ähnlich wie ein irischer Busfahrer im Südwesten von Irland sagte. "The people don't park their car they abandon them". Genauso ist es hier. In Port Louis parke ich eigentlich grundsätzlich in Caudan wenn ich zum Postoffice muss. Es gibt dort genug Parkplätze, wenn man früh genug ist und ist auch wieder relativ schnell raus aus der Stadt. Vom Parkplatz aus kann man alle interessanten Punkte, gerade die touristischen, gut zu Fuß erreichen. Wenn es dann zu heiß wird, einfach mal schnell in einen der Shops zum Abkühlen. Aber Vorsicht, im Buchladen in der Mall in Caudan hab ich mir mal eine Erkältung geholt.
Mietwagen kann man hier zum Normaltarif buchen, und kann hinterher auch noch etwas Geld zurückbekommen. Man muss sich nur auf der Vermittlerseite registrieren & anmelden, siehe den Hinweis am unteren Ende der Seite. Es fallen keine Extrakosten an.

Wann fährt es sich am besten?

Grundsätzlich, wie auch in Europa, rate ich dazu die Hauptverkehrszeiten zu meiden, besonders in den geschäftigeren Ecken. Diese Zeiten liegen ca. zwischen 7:00 - 9:30 und 16:00 - 19:00. Zur eigenen Entspannung würde ich vielleicht noch eine halbe bis eine Stunde dazugeben.

Auch wenn Sie hier Tipps zur Vermeidung des dicksten Verkehrs finden, wird sich dieser leider nicht ganz umgehen lassen. Irgendwo staut es immer mal.

Die geschäftigsten Ecken sind vor allem Port Louis, hier gibt es eigentlich immer Stau, besonders wenn man vom Norden aus in die Stadt fährt, da hier der Verkehr nur zweispurig ist. Spätestens am Hafen steckt man fest. Oft aber auch schon früher. Wenn es nicht wirklich sein muss, würde ich vom selbst nach Port Louis hineinfahren abraten. Besser einen Bus nehmen. Auf Mauritius Buses können Sie Ihre Route abfragen.

Bitte beachten Sie, dass Mauritius Buses schon etwas älter ist, evtl. stimmen einige Angaben nicht mehr. Auch fehlt die Strecke 52A Port Louis - Albion ganz, da es für diese auch keine Vorlage auf der Seite der Regierung gibt.

Wenn Sie vom Norden in den Süden fahren möchten, oder umgekehrt, lohnt es sich die Autobahn durch die Berge zu nehmen. Diese ist zwar weiter, aber dafür entspannter und bietet einige schöne Aussichten. Diese Autobahn endet am Kreisel bei Ebene.

In Ebene gibt es für Touristen eingentlich nichts zu sehen. Dies ist das Geschäftszentrum der Insel, außer Büros und Callcentern findet man hier nichts besonderes außer vielleicht dem indischen Restaurant "Indian Summer" im Einkaufszentrum.

Wer es noch ländlicher mag, sollte die Strasse bei La Nicoliere versuchen. Eine etwas engere Serpentinenstrasse, auch mit schönen Punkten (Sicht nach Nordost, Blick über das Reservoir), um die Aussicht zu genießen.

Diese Strasse würde ich aber nicht in der Nacht oder im Dunkeln fahren. Sie ist recht eng, unbeleuchet, keine Fahrbahnbegrenzung und weist einige Schäden auf.

Wenn Sie weiter in den Süden fahren wollen, nehmen Sie auf der Autobahn durch die Berge die Ausfahrt Richtung Phoenix, um nach dem Kreiseln an der Phoenix Brauerei auf die alte Autobahn Richtung Süden zu kommen. Sie können aber auch schon die Ausfahrt nach Hermitage nehmen, bis zum Kreisel in Belle Rive, dort die 3. Ausfahrt und am nächsten Kreisel sind Sie an der Autobahn Richtung Süden.
Mit Phoenix ist dann auch der nächste Staupunkt genannt. Für mich mitunter die größte Folter zu Geschäftszeiten. Drei Kreisel bieten hier ein einmaliges Stauererlebnis mit Bussen, die ohne Rücksicht von der Außenspur in die Kreiselinnenspur wechseln, dabei den Rest des Verkehrs noch kräftig in eine Dieselwolke hüllen. Wenn Sie sich einen Mietwagen nehmen, ist Automatik keine schlechte Wahl, wenn man dran gewöhnt ist. Wenn man nämlich mal im Stau steht, dann hat man nicht unbedingt Spass andauernd die Kupplung zu treten.
Die Hauptstrasse in Quatre Bornes ist die St. Jean Road und außer nachts steckt man hier auch immer fest, spätestens ab dem Markt. Wenn Sie zum Markt in Quatre Bornes möchten, wäre vielleicht auch hier der Bus die bessere Wahl, da die Endstation direkt am Markt ist. Richtung Westen oder Flic en Flac kann man die Hauptstrasse in Quatre Bornes gut über die Hillcrest Avenue umgehen. Diese Strecke nehme ich immer aus Quatre Bornes heraus, besonders wenn ich vom Quartier Gourmet her komme, man kann aber trotzdem etwas Stau am Krankenhaus in Sodnac haben. Vom Westen kommend fahre ich meistens über den Kreisel beim Phoenix Shopping Center Richtung Quartier Gourmet, in der anderen Richtung rate ich aber davon ab, da man am Kreisel an der ungünstigsten Stelle hineinfahren muss.

Spezielle Tage

In der Woche vor Maha Shivaratree würde ich dazu raten, alle Strassen und Wege zu meiden die zum Grand Bassin führen. Dann sind die Hindus am Pilgern und benötigen mit Ihren teils riesigen Skulpturen die ganze Strasse. Teilweise laufen sie auch auf den Autobahnen.
Nächstes Jahr, 2018, werde ich wahrscheinlich an Maha Shivaratree eine Wanderung zum See machen. Wer interessiert ist, kann sich gerne bei mir melden. Diese wird im Black River Gorges Nationalpark starten und über ca. 600m Höhenunterschied zum heiligen See gehen. Streckenlänge ca. 22km (hin und zurück).

Ausflüge

Eine kleine Info zu geführten, deutschsprachigen Ausflügen gibt es hier.

Bus

Bus fahren ist hier recht abenteuerlich. Man bekommt natürlich einiges von Land und Leuten mit. Durch die erhöhte Position sieht man besser und ist direkt unter den Einheimischen. Zu manchen Zeiten aber auch Press...wenn noch ein Stückchen in der Sitzreihe rauszuholen ist, sitzt man Hintern an Hintern. Die Preise sind natürlich unschlagbar. Wenn man etwas größer ist, kann es aber auch recht anstrengend sein, denn die Knie schubbern konstant am Vordersitz und so manche Schwelle auf der Strasse bekommt man 1:1 mit, da man das Gefühl hat die Federung ist nicht vorhanden oder festgeschweißt. Nach der letzten Fahrt von Rose Hill nach Albion (Linie 45) war es vor allem mein Rücken, der sich beschwert hat, was natürlich auch an der Strassenbeschaffenheit liegt.
Wenn die Schule aus ist, kann es recht laut im Bus werden. Ich habe mal den Bus von Turtle Bay oder Bay du Tombeau nach Port Louis genommen, gg. ca 15 Uhr. Er füllte sich später mit Kindern einer Schule, die auf allem, was sie finden konnten, herumtrommelten und dazu sangen.
Expressbusse und Busse mit Klima können im Regefall etwas mehr kosten sind dann aber angenehm gekühlt und halten nicht an jeder Milchkanne.

Taxi

Taxi bin ich bis jetzt nur gefahren, wenn mein Arbeitgeber mir zum abendlichen Heimtransport eins zur Verfügung gestellt hat. Ansonsten fahre ich nicht gerne mit denen.
Natürlich kann man sich auch für Ausflüge ein Taxi buchen. Deutsch, zudem gut, wird dann dort aber eher selten gesprochen. Evtl. kann man im info-mauritius.eu Forum ein paar Informationen dazu finden.
Bei den normalen Taxis muss man ebenfalls aufpassen, sofern man dies nicht will, dass man nicht in jeden Laden geschleift wird. Die Fahrer erhalten hier eine Parkgebühr, die bei ca Rs 300 anfängt, nur für's Ausladen von Gästen und im Falle das die Leute was kaufen sich auf 10% vom Kaufpreis ausweitet. Wenn Sie gerne qualitativ hochwertige Sachen zu normalen Preisen kaufen möchten schauen Sie doch mal auf die Seite Einkaufen.

Marron

Dies ist auch noch eine Möglichkeit über die Insel zu kommen, im Grunde genommen aber illegal. Sozusagen ein illegales, mauritianisches Uber. Private Auto- und Vanfahrer halten dazu oft an Bushaltestellen an und bieten den dort Wartenden die Mitfahrgelegenheit, meist zum Preis oder etwas höher als der Bus, an. Wie gesagt, grundsätzlich ist es illegal, die Menschen schwören aber darauf, um Wartezeiten oder Zuspätkommen zu vermeiden.
Manchmal sind diese Fahrer aber auch gar nicht so billig. In Flic en Flac hielt bei uns an der Hauptstrasse ein Van an und wollte uns mitnehmen. 200 Rs wollte er für einen km haben...

...und im Falle eines Unfalls?

Bei Mietwagen gibt es da wahrscheinlich den direkten Kontakt zur Mietwagenfirma. Am besten deren Anweisungen folgen.
Wenn Sie mit einem Privatwagen in einen unverschuldeten Unfall verwickelt sind, ist es grundsätzlich ratsam die Polizei einzuschalten und einen Polizeicase daraus zu machen, wenn der Unfallverursacher nicht klar zugibt dass er Schuld hat.

Nachteil: Die Abwicklung verzögert sich ungemein, und das Auto bleibt evtl. so lange im Gewahrsam der Polizei. Mir kommt diese Verzögerung eher wie eine Schikane vor, um zu vermeiden, dass die Polizei irgendetwas tun muss.

Bei einem Unfall muss man auf jeden Fall die Unfallbeschreibung, die im Auto liegt, ausfüllen. Es gibt darauf einen Teil, den der Geschädigte und der Verursacher ausfüllen und unterschreiben müssen. Wenn der Unfallverursacher hier nicht zugibt dass es seine Schuld ist, dann am besten einen Policecase draus machen.

Unbedingt darauf achten, dass der Verursacher hier schon unterschreibt, dass er den Unfall verursacht hat. Dieses Papier hat nicht den Sinn, dass jeder seine Ansicht draufschreibt und die Versicherungen es hinterher ausklamüsern. So hatte mich damals der Polizist auf der Polizeistation angelogen (als ich darauf hingewiesen habe, dass der Fahrer hier schon seine Schuld zugeben muss) und am Ende hat meine Versicherung den Schaden bezahlt, den der LKW-Fahrer (der eigentlich keinen Führerschein hatte) beim Fahren in meine hintere Seite verursacht hat.

Leider scheinen die Menschen auch recht glimpflich davon zu kommen, wenn man keinen Polizeifall daraus macht. Eine Bekannte wurde von einem dummen Idioten von der Strasse gedrängt. Er überholte wie ein Irrer, überhöhte Geschwindigkeit, etc. es wurde knapp bei ihr und sie konnte nur noch in den Graben ausweichen. Zum Glück konnte er gefasst werden, er gestand (mit dem Grund dass er zu spät auf dem Weg zu einer Hochzeit!!! wäre) Die Polizei riet der Bekannten, die das Auto braucht, von einem Polizeicase ab, da das Auto recht lange einbehalten wird (obwohl dieser Depp schon alles zugegeben hatte und es eigentlich nur noch darum geht, ihn für seine fahrlässige Art und Weise so richtig zu bestrafen). So ist er dann davon gekommen (d.h. seine Versicherung hat es wohl bezahlt). Naja wie schon oben geschrieben, wäre er sicherlich auf das "L" umgestiegen, wenn man ihm den Lappen weg genommen hätte.